Botschaft von René González an das Volk Kubas

14 Oktober 2011, Videoaufnahme seiner Töchter
(Stenoprotokoll des Staatsrates)

Diese Worte sind für mein Volk, ich schulde sie ihm seit dem Tag meiner Entlassung aus dem Gefängnis. Bis jetzt konnte ich sie nicht schicken, da wir vor der Übermittlung die Fahrt sicher hinter uns bringen mussten.
Es ist wirklich schwierig, sich an ein Volk zu richten, das man so liebt, und ich fühle mich unter euch mittels der Kamera. Ich möchte mich an euch richten und zum Ausdruck bringen, wie sehr wir dankbar sind für all das was ihr gemacht habt, euch zu erklären, wie sehr wir uns begleitet gefühlt haben dank der tausenden Botschaften und Briefe der Kinder, von all den Kollektiven von Arbeitsstätten und Schulen, die uns aus Kuba Botschaften übermittelt haben, die Unterstützung, die uns nie gefehlt hat und die uns nicht verzweifeln ließ in diesen schon zu vielen Jahren der Ungerechtigkeit.
Für mich ist dieser glückliche Moment, den wir teilen, lediglich ein Zwischenspiel in der Geschichte des Missbrauchs, denn es gibt bis jetzt keine Anzeichen von Gerechtigkeit. Die Tatsache, dass ich nun außerhalb des Gefängnisses bin, bedeutet lediglich, dass der weite Weg des Missbrauchs, dem ich ausgesetzt war, zu Ende ist. Es gibt aber weitere vier Brüder, die zu retten sind. Wir brauchen sie an unserer Seite, an der Seite ihrer Familien. Sie sollten unter euch sein und Ihr Bestes für euch geben und nicht an jenen Orten, wo sie sich jetzt befinden, wo sie jeden Morgen aufwachen, aufstehen, in einen Essraum gehen, wo sie nicht essen sollten, unter Leuten sind, unter denen sie nicht sein sollten; wahrhaftig, wir müssen weiter kämpfen um sie zu befreien.
Für mich ist das lediglich ein Ort des Kampfes, ein neuer Ort, an dem ich weiter für die Gerechtigkeit kämpfe, damit die Fünf zu euch zurückkehren können.
Einen besonderen Gruß möchte ich den Familienangehörigen der anderen vier Brüder schicken, ihr habt mich mit eurer Freude beglückt. Es macht betroffen, wenn man mit jemand redet, im Bewusstsein, dass sie ihren Sohn oder Ehemann im Gefängnis weiß, und meine Freilassung wie die Freilassung ihres Angehörigen empfindet. Das bewegt mich sehr und verpflichtet mich, den Kampf weiterzuführen, weil sie es nicht verdienen, dort zu sein wo sie sind.
Meinem ganzen Volk und allen, die uns auf der ganzen Welt begleitet haben, das sind Tausende, versichere ich seitens der Fünf unsere tiefe Dankbarkeit. Durch euch haben wir Schritt für Schritt die Informationsblockade, das Schweigen der großen Nachrichtenagenturen über diesen Fall, durchbrechen können. Ihr habt meine Zusicherung, dass ich euch weiterhin vertreten werde, wie ihr es verdient habt. Dies machen wir, die Fünf, letztlich, weil wir nicht nur Fünf sind, wir sind ein ganzes Volk, das über 50 Jahre widerstanden hat. Wir, die euch vertreten, durch euch inspiriert, werden weiter durchhalten und nie versagen. Wir wissen, was wir euch zu verdanken haben.
Ich umarme euch alle.
Wir Fünf lieben euch, wo immer wir uns befinden.

(übersetzt aus den Spanischen: Hermann Pernerstorfer/ÖKG, Original: cubadebate.cu)

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