Yoani Sánchez und die extreme Rechte in Brasilien

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Kuba-Bloggerin Yoani Sanchez und der als rechtsextrem eingestufte Politiker Jair Bolsonaro im Nationalkongreß von Brasilia – Bolsonaro verteidigt in Anwesenheit von Sanchez das brasilianische Militärregime

Brasilien – Auf ihrer „Promotion-Tour“ durch Lateinamerika und Europa hat sich die oppositionelle Kuba-Bloggerin Yoani Sanchez Ende Februar auch mit Exponenten der brasilianischen Rechten und Rechtsextremen getroffen, den Diktaturaktivisten und Folterbefürworter Jair Bolsonaro umarmte sie dabei herzlich.

Über die politischen Präferenzen dieser Art von Sánchez war bisher in den mitteleuropäischen Medien nichts zu lesen. Unter Brasiliens Bürgerrechtlern ist jedoch der Kontakt der Kuba-Bloggerin just zu einem von der Menschenrechtsbewegung des Landes besonders heftig kritisierten und verurteilten Repräsentanten des rechtsextremen Spektrums mit besonderer Aufmerksamkeit registriert worden. Brasiliens Bloggerszene reagiert entsprechend mit Spott und Ironie. Bei Protesten gegen Yoani Sánchez anlässlich einer Veranstaltung in einer Bücherei von Sao Paulo (Livraria Cultura, Avenida Paulista) wurde entsprechend hervorgehoben, dass Sánchez ausgerechnet Bolsonaro umarmt habe.

Merkwürdig ist aber, dass in ersten deutschsprachigen Veröffentlichungen zur Sánchez-Woche in Brasilien jeglicher Hinweis auf das Treffen mit Exponenten des rechten und rechtsextremen Spektrums, aber auch auf die gravierende Menschenrechtslage in Brasilien fehlt. Was war da los? Laut Sánchez wird ihre Reise auch von Amnesty International mitfinanziert.

Brasiliens Tageszeitung “O Globo” zeigt Yoani Sánchez zwischen dem PSDB-Politiker Carlos Sampaio und dem sich sichtlich freuenden DEM-Politiker Ronaldo Caiado

Brasiliens Tageszeitung “O Globo” zeigt Yoani Sánchez zwischen dem PSDB-Politiker Carlos Sampaio und dem sich sichtlich freuenden DEM-Politiker Ronaldo Caiado

Was diese Menschenrechtsorganisation zu den Sánchez-Treffen mit Rechten und Rechtsextremen äußert, dürfte besonders interessant sein.

Bei ihren zahlreichen öffentlichen Auftritten während des Brasilien-Besuchs hatte Sánchez laut Landesmedien immer wieder der brasilianischen Regierung vorgeworfen, die Menschenrechtslage in Kuba nicht mit der nötigen Schärfe zu kritisieren. Der Vorwurf klingt indessen sonderbar, da Sánchez von Montag bis Freitag nicht ein einziges Mal gravierende Menschenrechtsverletzungen in Brasilien, darunter Folter, Todesschwadronen, Scheiterhaufen, das lebendige Verbrennen von Obdachlosen, Sklavenarbeit, Slum-Diktatur etc. erwähnt oder gar kritisiert hat, auch jegliche Solidarisierung mit Menschenrechtsaktivisten Brasiliens vermied sie. Zu dem Treffen mit Rechten und Rechtsextremen in Brasilia sagte Sánchez bisher nichts.
(Quelle: Klaus Hart / Brasilientexte)

Siehe auch: EINE BLOGGERIN AUF WELTREISE (redglobe.de)

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