Nachricht von Eva Aigner aus Havanna: “Chávez somos todos!”

Eva Aigner am Malecon von Havanna

Eva Aigner am Malecon von Havanna

Heute ist Mittwoch und hier in Kuba nimmt das Leben seinen gewohnten Gang. Doch es scheint, als wären die Menschen nicht ganz so fröhlich wie sonst, als wäre mit Hugo Chávez gestern “ein Kubaner” gestorben. Klar, dass die Zeitungen voll sind mit Nachrufen, Biografien und Beileidsbekundungen. Sogar politisch eher Uninteressierte, wie z.B. meine Spanisch-Lehrerin, sind betroffen von Chávez` Tod weil “er ein guter Mensch und großer Freund Kubas war”. Doch zwischen der Trauer spürt man auch Hoffnung und Zuversicht. Zuversicht darin, dass das venezolanische Volk sein Erbe weiterleben wird, dass die Befreiung der Menschen und das Glück eines Volkes niemals von einem Einzelnen abhängig sein wird; denn: “Chávez somos todos!”

Ich tu mir noch etwas schwer, Zeitung zu lesen bzw. benötige ich halt relativ oft mein Wörterbuch. Aber ich habe soeben einen Nachruf aus der “Juventud Rebelde” übersetzt und, wenn auch etwas holprig zu lesen, niedergeschrieben:

“Adios al amigo de los pobres” de Lazaro Farinas (Juventud Rebelde, 6 de marzo de 2013)

Ich muss gestehen dass es mir nicht nur nicht leicht fällt, diese Zeilen zu schreiben sondern dass ich auch sehr traurig dabei bin. Es ist immer traurig, über den Tod eines Menschen zu schreiben, aber noch mehr wenn es sich um einen wahren Führer mit außerordentlicher Projektion auf den Kampf der Ausgebeuteten und Bedürftigen dieser Welt handelt. Hugo Chávez Frías ist gestorben, ein ehrlicher Führer, eine Person mit guten und profunden Gefühlen, ein Revolutionär, der größte Verteidiger der Armen den Venezuela hatte; ein sich kümmernder Revolutionär, ein solidarischer Führer der Grenzen übersteigen konnte, ein Freund, ein Patriot. Ein Militär, der auf die Hügeln und in die Städte wanderte, in die Täler und Ebenen um mit den Vergessenen zu sprechen, mit den Entvölkerten; ein Mann der Worte und Taten. Ein Präsident der Unglücklichen, ein Erbauer von Wohnungen für Obdachlose, einer der die Gebiete mit Ärzten, Ausbildnern und Sportlern füllte, einer der Märkte mit Nahrung schaffte für die, die kaum welche hatten. Ein Heiler der Kranken, ein Erbauer von Schulen und Spitälern, von Träumen.

Hugo Chávez Frias ist gestorben, und Lateinamerika ist traurig weil einer seiner größten Führer dieses und letzten Jahrhunderts gestorben ist, einer der eine Union aller amerikanischen Länder gesucht hat, einer wie Simòn Bolivar, der Befreier, der dies in seiner Epoche ebenfalls versuchte, es jedoch aufgrund der Schuld der oligarchischen Bastarde seiner Zeit nicht erreichen konnte.
Es ist einer gestorben der, mit einer großartigen solidarischen Geste, jenen Ländern mit weniger Geldmittel half; einer der Grenzen übersprang, der die Reichtümer seines Landes mit anderen teilte die sie brauchten, einer der Lateinamerika als Ganzes sah, als Einheit der Schwestern-Nationen.
Sein Tod hinterlässt eine große Lücke bei uns allen die wir das Beste für unsere Länder wollen. Chávez ist gestorben, aber nur körperlich. Sein Geist wird weiterleben in jenen, die Ungerechtigkeit beenden, die die eine bessere Gesellschaft suchen in der die Mittel der Nationen nicht von einer kleinen Minderheit gehortet werden sondern gerechter verteilt werden. Er wird weiterleben in seinem Volk, das die sozialen Eroberungen, sowie die bolivarische Revolution auf Kurs gebracht hat. Damit die Armen dieser Erde mit mehr Würde, Respekt und allen Rechten leben können.

Kuba und Lateinamerika sagt adiós seinem Comandante Presidente, adiós zu einem Freund und Verteidiger der Armen, adiós zu einem Führer des Kontinents, adiós Hugo Chávez. Möge dein Körper in Frieden ruhen, dein Geist bleibt hier bei uns um viele Wege zurückzulegen und den Armen zu helfen.

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