»Ehre und ewiger Ruhm«

raul_mandelaRede des kubanischen Präsidenten Raúl Castro Ruz bei der Trauerfeier für Nelson Mandela am Dienstag in Johannesburg:

Präsident Jacob Zuma, Familie Nelson Mandelas, Hoheiten und Würdenträger, Brudervolk Südafrikas! Wir gedenken gerührt Nelson Mandelas, dem ultimativen Symbol der Würde, der unnachgiebigen Selbstaufopferung im revolutionären Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit, Propheten der Einheit, der Versöhnung und des Friedens.

Gemeinsam mit seinen Kampfgenossen führte Mandela sein Volk in die Schlacht gegen die Apartheid, um den Weg in ein neues, nicht-rassistisches Südafrika zu ebnen, vereint auf der Suche nach Gleichheit und Wohlstand für all seine Kinder – eine Nation, die die Folgen des Kolonialismus, der Sklaverei und der Rassentrennung überwindet.

Ein Beispiel für Integrität und Beharrlichkeit begann er mit der Ausrottung der Armut, der Bekämpfung der Ungleichheit und der Schaffung von Chancen für alle.

Mandela bleibt ein unübertreffbares Beispiel für Lateinamerika und die Karibik, welche zur Einheit und Integration voranschreiten, zum Wohle ihrer Völker, ihre Unterschiede achtend und überzeugt davon, daß allein der Dialog und die Zusammenarbeit den Weg für die Überwindung von Differenzen darstellen. Nur so ist ein zivilisiertes Nebeneinander aller möglich, auch wenn sie unterschiedlich denken. Mandelas Leben lehrt uns, daß nur die gemeinsamen Anstrengungen aller Nationen die Menschheit befähigen werden, die großen Herausforderungen zu meistern, welche ihre gesamte Existenz bedrohen.

Kuba, durch dessen Adern afrikanisches Blut fließt, ist ein Land, das im Unabhängigkeitskampf geboren wurde, im Kampf um die Abschaffung der Sklaverei. Und wir hatten das Privileg, Seite an Seite mit den afrikanischen Nationen zu kämpfen und zu wirken.

Niemals werden wir Mandelas Huldigung unseres gemeinsamen Kampfes vergessen. Anläßlich seines Besuchs in unserem Land am 26. Juli 1991 sagte er: »Das kubanische Volk hat einen besonderen Platz im Herzen des südafrikanischen Volkes.«

Ich erinnere mich in diesen Zeiten auch an die gegenseitige Bewunderung, die ihn mit Fidel Castro verband, ein Symbol der Brüderlichkeit zwischen Afrikanern und Kubanern. Fidel sagte: »Nelson Mandela wird nicht in die Geschichte eingehen, weil er 27 Jahre in Folge im Gefängnis verbracht hat, ohne jemals seinen Idealen abzuschwören. Er wird in die Geschichte eingehen, weil er trotz der unfairen Strafe in der Lage war, seine Seele vom Gift des Hasses zu säubern und aufgrund seiner Großherzigkeit und Weisheit, welche ihn in Siegeszeiten dazu befähigte, begabt sein selbstloses und heldenhaftes Volk zu führen, im Wissen, daß das neue Südafrika nicht auf Haß und Rache aufgebaut werden kann.«

Nelson Mandela und dem heldenhaften Volke Südafrikas Ehre und ewiger Ruhm!

Übersetzung: Zoran Sergievski (junge Welt)

Siehe auch: Abschied von Mandela (junge Welt)

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