Raúl Castro: Für Aufbau einer gerechteren Welt näher zusammenrücken

raul-16junioAußerordentliches Gipfeltreffen der G-77 + China in Bolivien zum 50. Jahrestag – Evo Morales sendet Gruß an Fidel, den „solidarischsten Mann der Welt“

Santa Cruz/Havanna – Vergangenes Wochenende versammelten sich die Staats-und Regierungschefs der Gruppe der 77 (G-77) plus China in Bolivien zu einem Sondergipfel anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens, um – wie Präsident Evo Morales es ausdrückte – „Erfahrungen in der Staatsführung und der Umsetzung von Sozialpolitik in den einzelnen Ländern auszutauschen“. Für ihn persönlich sei der Umstand, als Präsident pro tempore der G-77 + China zu fungieren, ein großes Lehrstück. „Diese Veranstaltung wird eine weitere Schule sein für alle, die wir in Gewerkschaftskämpfen und sozialen Kämpfen herangewachsen sind“, sagte er zu Beginn des Gipfels.

In der G-77 plus China ist der größte Teil der UNO-Mitgliedstaaten versammelt. Sie alle repräsentieren Staaten des globalen Südens. Der 1964 gegründeten Gruppe gehören mit 133 der 193 Teilnehmerstaaten fast 60 Prozent der Weltbevölkerung an.

In seiner Rede am Sonntag rief der Präsident des Staats- und des Ministerrats Kubas, Raúl Castro Ruz, dazu auf, „diesen 50. Jahrestag der Gruppe der 77 dazu zu nutzen, unsere gemeinsame Verpflichtung zu erneuern, um für den Aufbau einer gerechteren Welt alle Anstrengungen zu konzertieren und enger zusammenzurücken“.

Er bemerkte, dass „sich jetzt die Lücke zwischen dem Norden und dem Süden vertieft. Die Weltwirtschaftskrise, Ergebnis des irreversiblen Niedergangs des Neoliberalismus, der unseren Ländern mit verheerenden Auswirkungen von den wichtigsten Machtzentren auferlegt wurde, hat sich zur längsten und schwierigsten Krise der letzten acht Jahrzehnte entwickelt.“

Er alarmierte, dass bei Abschluss des vorgesehenen Zeitraums für die Erfüllung der Entwicklungsziele, die auf dem Millenniumsgipfel im Jahr 2000 vereinbart wurden, immer noch 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt in extremer Armut leben werden; jeder achte Mensch leidet an chronischem Hunger; 45 % der Kinder sterben an Unterernährung, bevor sie das fünfte Lebensjahr vollenden, die Auslandsverschuldung hat ein beispielloses Niveau erreicht und der Klimawandel, verursacht durch irrationale Produktion und Konsum, verschlimmert sich.
Der kubanische Präsident verwies auch auf die Verletzung der Souveränität der Staaten, die Verletzung der Prinzipien des Völkerrechts und die Einführung von Konzepten, mit denen versucht wird, die Einmischungen zu legalisieren.

Er bekräftigte die Unterstützung Kubas für die Bolivarische Republik Venezuela, gegen die die anspruchsvollsten Mittel der Subversion und Destabilisierung der so genannten unkonventionellen Kriegsführung eingesetzt wird. Ebenso verurteilte er die US-Blockade gegen Kuba, die terroristischen Aktionen und die absurde Aufnahme von Kuba in die Liste der Förderer-Staaten des internationalen Terrorismus. Er bedankte sich auch im Namen des kubanischen Volkes für die starke Solidarität der Mitglieder der G-77 + China in all diesen Jahren.

Nach Beendigung der Rede von Raúl ergriff Evo Morales nochmals das Wort und sandte einen Gruß an „den historischen Comandante Fidel, der den Gipfel sicher kontinuierlich über die Medien verfolgt. Von hier aus einen Gruß an den Bruder Fidel, der für mich immer noch der solidarischste Mann der Welt ist.“, so Morales
In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Mission Milagro, wo allein in Bolivien hunderttausende Menschen von kubanischen Ärzten kostenlos an den Augen operiert wurden. „Deshalb sind Fidel, sein Volk und seine Regierung die solidarischsten der Welt. Für sie unser Respekt und unsere Bewunderung“, schloss er.

Im Verlauf der Plenarsitzung bezogen sich mehrere Delegationen ebenfalls auf die Rolle Kubas in der Zusammenarbeit zwischen den Ländern des Südens. Sie hoben insbesondere den Einsatz der Karibikinsel bei der Befreiung mehrerer afrikanischer Länder hervor und verurteilten die durch die Regierung der Vereinigten Staaten verhängte ungerechte Wirtschaftsblockade.

An den beiden Tagen, an denen der Gipfel tagte, traf sich der kubanische Präsident mit mehreren Führungspersönlichkeiten, die an dem Treffen teilnahmen. So führte er am Sonntag Gespräche mit Ban Ki Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen; mit dem Präsidenten von Sri Lanka, Mahinda Rajapaksa; und mit dem Vizepräsidenten des Iran, Eshagh Jahangiri. Gegen Mittag traf er sich auch mit der Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernández, und am Nachmittag erhielt er den Besuch des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Alle Begegnungen fanden in einer Atmosphäre der Herzlichkeit statt, wie alle Aktivitäten dieses Außerordentlichen Gipfeltreffens der G-77 + China.

Am Montagnachmittag kehrte Armeegeneral Raúl Castro Ruz wieder nach Kuba zurück. Auf dem internationalen Flughafen José Martí wurden Raúl und die Delegation, die ihn begleitete, von den Politbüromitgliedern José Ramón Machado Ventura, Zweiter Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistische Partei Kubas, und Armeekorpsgeneral Abelardo Colomé Ibarra, Minister des Innern, empfangen.

Im Gepäck hatte er die vom Gipfel verabschiedetet Abschlusserklärung, welche die Solidarität mit der Sache der Malwinen, Kubas und Palästinas ausdrückt. Die prinzipiellen Positionen der Gruppe werden beibehalten und es gibt Fortschritte in einigen Bereichen von großer Bedeutung für die Entwicklungsländer, insbesondere in Bezug auf die Ziele der nachhaltigen Entwicklung und die Entwicklungsagenda nach 2015.
Das Dokument behandelt auch andere Themen wie die Reform der Vereinten Nationen, die Nord-Süd- und die Süd-Süd-Zusammenarbeit sowie Klimawandel, Handel, Abrüstung, Finanzen und Nahrungsmittelsicherheit.

(Quelle: granma.cu, bearbeitet von Michael Wögerer)

Weitere Informationen zum G-77-Gipfel auf amerika21.de:

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