ALBA – Austria

Die Bolivarische Allianz ALBA und das Selbstverständnis von ALBA- Austria*

„In Lateinamerika vollzieht sich nicht eine Epoche von Veränderungen, sondern eine Veränderung der Epochen.“ (Raffael Correa, Präsident der Republik Ecuador)

 

Was ist die Bolivarische Allianz ALBA?

Seit dem Beginn der 1990er Jahre hatten die USA gemeinsam mit den transnationalen Wirtschafts- und Finanzkonzerne und -institutionen versucht, ihr neoliberales gesamtkontinentales Freihandelsprojekt ALCA durchzusetzen, Das hätte die Unterwerfung der Länder, Völker und Menschen Lateinamerikas bedeutet.
Dem setzten Cuba und Venezuela die Bolivarische Alternative der Völker der Amerikas/ die ALBA entgegen. Vom Widerstand der sozialen Organisationen zum Neuaufbau in der Region schreitend gründen die beiden Länder am 14.Dezember 2004 die ALBA. Seitdem sind dieser neun Länder als Vollmitglieder beigetreten: Bolivien (2006), Nicaragua (2007), Dominica und Honduras (2008)** sowie Ecuador, Antigua & Barbuda und St.Vincent & die Grenadinen (2009). Eine Reihe weiterer Länder genießen Gaststatus.

Die Alternative ALBA entwickelte sich zur Allianz. Mit ihren Prinzipien und mit ihrer konkreten Praxis ist sie das am Weitesten entwickelte regionale Unions- und Emanzipations- Projekt für eine friedliebende und solidarische Welt.

  • Die ALBA ist ein souveränes, strategisches Selbsthilfeprojekt, das jahrhundertealte strukturelle Probleme von Ausbeutung und Abhängigkeit mit strukturellen Änderungen und tiefgreifenden Umwälzungen sowie mit gegenseitiger Kooperation und Hilfe beantwortet. Ihre Perspektive sind humane, gerechte und souveräne Gesellschaften für das 21.Jhdt., die sich entsprechend der jeweiligen Bedingungen der beteiligten Länder eigenständig entfalten. Daher ist der ALBA anti-neoliberal und anti-imperialistisch und definiert sich seit Dezember 2009 als sozialistisch.
  • Nicht die Wirtschaft und der „Markt“ stehen im Zentrum- die Hauptachsen der ALBA sind: das Politische, das Soziale, das Wirtschaftliche, das Kulturelle und das Internationalistische. Beispiele sind: TeleSur/ die Medienpolitik; PetroCaribe/ die Energiesicherheit; die Alphabetisierungs- und Bildungsprojekte; die Gesundheitsprojekte; die zwischenstaatliche Zusammenarbeit in der produktiven Wirtschaft oder für die so notwendige  Ernährungssicherheit; neue Schritte für eine gemeinsame Finanzpolitik wie die ALBA- Bank, die gemeinsame Verrechnungswährung Sucre und über die ALBA hinaus der Banco del Sur; die gemeinsam erarbeiteten und vertretenen Positionen zu internationalen Fragen, beispielsweise auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen (2009) und Cancun (2010).
  • Die partizipative Erarbeitung und Einführung neuer Verfassungen*** hat sich als geeignetes Mittel erwiesen, um eine Grundlage für den friedlichen Neubeginn zu schaffen. Da dadurch das alte neokoloniale Verfassungskorsett gesprengt wird, das in erster Linie den Interessen der Herrschenden diente, kommt es in der Folge mit diesen alten faktischen Mächten im Lande und mit ihren internationalen Geschäftspartnern zu erbitterten Auseinandersetzungen.
  • Die ALBA hat sich ihre flexible Instutionalität erarbeitet, welche für die sozialen Organisationen und organisierten Bevölkerungen ihre unabdingbare aktive Rolle vorsieht, damit die demokratisch gewählten staatlichen Repräsentanten im Sinne der gemeinsamen Vorhaben und Perspektiven erfolgreich agieren können.

Es geht um den Aufbau wirklicher, partizipativer Demokratien der Völker in einer Lateinamerikanisch-Karibischen Union in einer multipolaren, friedlichen Welt.

Die ALBA zeigt beispielhaft neue emanzipatorische Perspektiven und Wege auf für den Aufbau der so notwendigen anderen Welt. Spätestens in diesen Zeiten der „perfekten Krise“, in denen das formal- demokratische System in Österreich und in EUropa an sein Ende gelangt ist, erachtet ALBA- Austria diese Prozesse in Lateinamerika als äußerst ermutigend.

Was will ALBA- Austria?

  • Das ALBA- Projekt in seinen verschiedenen Dimensionen näher kennenlernen, begleiten und möglichst viele Menschen darüber informieren.
  • der Informationsverweigerung, den Halbwahrheiten und den Falschinformationen zur ALBA, gegen ihre Mitgliedsländer und andere entgegentreten.
  • aktiv für die Verteidigung der ALBA und ihrer Länder wirken gegen die andauernden, verschiedenartigen Angriffe.
  • im Sinne der Ziele und des Internationalismus der ALBA zu agieren sowie entsprechende Kontakte aufnehmen und pflegen.

ALBA- Austria, Wien im Dezember 2010

Amerkungen: * Eingetragener Verein / ** Die Diktatur nach dem Putsch vom Juni 2009 verfügte den Austritt von Honduras aus der ALBA. / *** Wie bisher in Venezuela, Bolivien und Ecuador.

Ein Kommentar zu “ALBA – Austria

  1. Pingback: ÖKG-Themenabend (11.4.): „ALBA-Land Nicaragua“ | Netzwerk Kuba Österreich – Red Cuba Austria

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